Aufarbeitung des dreiachsigen Güterwagens

Geschrieben am um 23:06

Dreimal ist das bei diesem Wagen zu tun: das Ausachsen, um Einzelteile des Fahrwerks weiter aufzuarbeiten.

Der Verein arbeitet aktuell an mehreren Fahrzeugprojekten parallel. Allen voran sind sicher die Hauptuntersuchung der Diesellok 199 041 sowie die Inbetriebnahme der Dampflok 99 4721 zu nennen. Während der praktisch fertiggestellte gedeckte Güterwagen GGw 97-64-41 noch auf seine Abnahme wartet, wird bereits am nächsten Güterwagen gearbeitet.

Der offene Güterwagen O3 wurde 2018 aus Österreich angekauft. Bei der KJI liefen bis 1965 zehn Wagen dieser Bauart, sodass der Neuzugang gut in die Fahrzeugsammlung passt. In Anlehnung an diese Wagenserie mit den laufenden Nummern 1 – 10 wird der Dreiachser im Verein mit der Nummer 97-63-11 geführt. Nach dem Ankauf stand der Wagen zunächst zurückgestellt. Mit Abschluss der Arbeiten am gedeckten Güterwagen GGw 97-64-41 hat sich der Verein entschlossen, den Dreiachser Schritt für Schritt aufzuarbeiten. Ausschlaggebend dafür sind zwei Gründe: Zum einen wird für Bauzugzwecke ein Wagen mit ausreichender Tragfähigkeit benötigt – der O3 kann 15 t tragen. Zum anderen eignet er sich aufgrund seiner für die KJI typische Bauart gut für den Einsatz in Fotozügen.

Aufgebockt steht der Dreiachser in der Wagenhalle.

In Österreich wurde der Wagen als Hilfsbremswagen eingesetzt und dafür umgebaut: Es wurde eine zweite Bremsbühne ergänzt und der Rahmen entsprechend verlängert. Diese Verlängerung bleibt erhalten, lediglich die dort nachträglich verbaute Bremseinrichtung wird zurückgebaut.

Die Bremsanlage muss ohnehin komplett ausgebaut, überholt und von Saugluft- auf Druckluftbremse umgerüstet werden – analog zu den zehn O3-Wagen, die bereits früher bei der KJI im Einsatz waren.

Fahrwerksteile werden Stück für Stück ausgebaut.

Hinzu kommt die Frage der Spurweite: Der Wagen hat aktuell noch Achsen für 760 mm Spurweite, benötigt für den Einsatz bei der KJI jedoch 750 mm. Dafür bestehen zwei Möglichkeiten: das Umpressen der vorhandenen Radsätze oder die Fertigung neuer, angepasster Radreifen. Beide Varianten sind mit entsprechenden Kosten verbunden. Für das Umpressen liegt bereits ein Angebot vor, allerdings ist dieser Vorgang bei alten Achsen mit einem gewissen Risiko verbunden. Bei unserem Sommerwagen 973-001, der ebenfalls als 760mm-Wagen zur KJI kam, hatte sich beim Umpressen gezeigt, dass sich sämtliche Achsen sichtbar verzogen hatten und in der Folge neue Achsen beschafft werden mussten.

Die Mitglieder bei der Arbeit.

Der Verein freut sich stets über Unterstützung bei den Fahrzeugaufarbeitungen – sei es durch eine Geld- oder eine Sachspende sowie aktive Unterstützung vor Ort.

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