Lotto macht Lok „Emma“ Dampf
Zum Jahresende 2025 durfte sich der Verein über eine weitere Unterstützung freuen: die bei Lotto Sachsen-Anhalt beantragte Förderung für die Endmontage der Dampflok 99 4721 „Emma“ wurde beschieden. Damit kann die geplante Kofinanzierung des letzten großen Meilensteins zusammen mit Mitteln aus dem Fördertopf „Technische Denkmäler“ der NASA (deren Bescheid bereits im September überreicht wurde) zum Wiederaufbau der Dampflok durchgeführt werden. Die Mitglieder bedanken sich in diesem Zuge beim Landtagsabgeordneten Markus Kurze, der den Verein bereits seit vielen Jahren aktiv begleitet und auch hier unterstützt hat. Die „Volksstimme“ (Lokalteil Burg) berichtet zu diesem Anlass – mit freundlicher Genehmigung des Autors darf der Beitrag an dieser Stelle wiedergegeben werden.
Lotto macht Lok „Emma“ DampfWie ein Jackpot: Erneut können sich die Magdeburgerforther Kleinbahnfreunde über Fördermittel freuen. Doch bei der Sonderfahrt am kommenden Samstag muss der Nikolaus noch einmal mit Dieselantrieb Vorlieb nehmen. Von Stephen Zechendorf Magdeburgerforth ● Was haben die Telemann-Festtage in Magdeburg, die Händel-Festspiele in Halle und das Kurt Weill Fest in Dessau-Roßlau mit einer Schmalspurlok aus Magdeburgerforth gemeinsam? Antwort: Sie alle sind kulturelle „Zugpferde“ und können sich über einen Geldregen aus dem Lotto-Fördertopf freuen. Mit 47.000 Euro fordert Lotto Sachsen-Anhalt jetzt das aktuelle Herzensprojekt des Kleinbahnvereines in Magdeburgerforth: den Wiederaufbau einer Schmalspurdampflok (Baujahr 1935), die von den Vereinsleuten längst „Emma“ getauft worden ist. Man befinde sich in der letzten Phase, heißt es. Ein prominenter Fahrgast – der Nikolaus – muss aber am kommenden Samstag noch einmal mit Diesel auf Sonderfahrt gehen. Seit 2018 baut der Verein die 2015 erworbene Lok mit der Nummer 99 4721 wieder auf. Manches konnte auf dem eigenen Betriebsgelände in Magdeburgerforth erledigt werden, bei anderen Arbeiten ist man auf Experten angewiesen. Derzeit befindet sich Lok „Emma“ in einer Schienenwerkzeugwerkstatt im sächsischen Marienberg zur Endmontage, berichtet Benjamin Ebrecht, der als Vorstandsmitglied das Projekt koordiniert. „Hochzeit“ schon gefeiert Lotto Sachsen-Anhalt hat den eisenbahnversessenen Verein in Magdeburgerforth schon mehrfach gefördert. Und nicht nur über solche „Lotto-Gewinne“ freut man sich in Magdeburgerforth: Dank einer Förderung durch die Nahverkehrsgesellschaft NASA aus dem Fördertopf „Technische Denkmäler“ wurden weitere Zwischenarbeiten abgeschlossen. Die bei solchen Förderungen erforderlichen Eigenanteile wurden bisher überwiegend aus Spenden bestritten. Auch für den letzten Bauabschnitt werden weiterhin noch Spenden benötigt. „Ohne die Hilfe von Spendern wäre der bisherige Fortschritt so nicht möglich gewesen“, ist Benjamin Ebrecht dankbar. Inzwischen konnte der Kessel samt Schornstein auf das Fahrwerk montiert werden. Unter Eisenbahnern werde das gern auch „Hochzeit“ genannt. Mittlerweile steht „Emma“ also wieder als ein großes Werkstück in der Fachwerkstatt. Ersatzteile aus Bochum Bis zur Fertigstellung der Lok werden aber noch weitere Original- und Ersatzteile benötigt. Vom Eisenbahnmuseum Bochum durften sich die Vereinsleute ein paar uns noch fehlende Teile übernehmen. „Da ist auch richtiger Goldstaub dabei – Teile, die auch in der Szene kaum bis gar nicht mehr zu bekommen sind“, ist man dankbar. Auf die Frage, wie lange es noch dauere, bis „Emma“ in Magdeburgerforth unter Dampf steht, gibt man sich vorsichtig und spricht von der zweiten Jahreshälfte 2026. Uwe Mehrten, Leiter der Schienenwerkzeugwerkstatt Marienberg und Aushilfskokführer bei den Jubiläumsfahrten zum 25. Vereinsbestehen in Magdeburgerforth, hatte bereits sich nicht auf ein Datum festlegen wollen. Bei einem Antrag auf Zuschuss aus dem Möckeraner „Wir“-Fördertopf wird dagegen ganz konkret ein Einweihungsfest im September 2026 benannt. Lokführerscheine in Arbeit Derweil arbeiten die Magdeburgerforther Vereinsmitglieder eifrig an eigenen Lizenzen zum Dampflokfahren: „Unter den Vereinsmitgliedern haben wir einen ausgebildeten Dampflokführer und mittlerweile einen Heizer. Fünf weitere Mitglieder sind in Ausbildung und absolvierten in Magdeburgerforth zum Jubiläum weitere Praxisstunden“, so Ebrecht: „Wir freuen uns, dass insbesondere auch unsere jungen Mitglieder Interesse daran haben, die Bedienung einer Dampflok zu erlernen.“ Auch hier gab es Fördermittel, vom Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+). Dampfloks werden grundsätzlich im Zweimannbetrieb bedient, es fahren stets ein Lokführer und ein Heizer mit. Hinzu kommt, dass das Anheizen der Maschinen einige Stunden Vorlauf erfordert. An Wochenenden mit zwei Fahrtagen wird die Maschine zudem über Nacht „warm“ gehalten. Ausbau der Infrastruktur Das sehnlichst erwartete neue, alte Zugpferd wird weitere Maßnahmen auf dem Kleinbahnhof in der Forststraße erforderlich machen. „In Magdeburgerforth werden wir passende Infrastruktur zur Behandlung der Lok brauchen“, so Benjamin Ebrecht. So brauche es unter anderem einen Wasserkran, um die Lok nachfüllen zu können und eine Möglichkeit für die Lagerung und das Nachladen der Kohlen. Vereinsleute und Lok „Emma“ werden sich also künftig gegenseitig viel Dampf machen. |